Wie alles anfing

Kalter Winter

Schon vor langer Zeit war uns ein Kater zugelaufen. Da es im Winter nicht möglich war, das Küchenfenster zu dem er wann immer er wollte raus und rein gehen konnte, aufzulassen, ohne dass morgens Außen­temperaturen in der Wohnung herrschten, bekam er abends - wenn er nicht heim kam - ein Schüsselchen mit Trockenfutter raus gestellt. Und so beobachteten wir eines Tages, wie ein kleines, zierliches, grau getigertes Kätzchen sich an diesem Futter den Bauch voll schlug. Und das wiederholte sich auch noch die nächsten Abende.

Frostbeulen

Täglich kam unser kleines Kätzchen wieder. Nach einiger Zeit durften wir aus dem geschlossenen Fenster zuschauen. Bald konnten wir die Terrassentüre öffnen und sie beobachten - und wieder Tage später wagte das Kätzchen schon die ersten Tapser in unser Wohnzimmer. Unsere Bussi, wie wir sie nannten, wurde von Tag zu Tag zutraulicher. Bald sahen wir auch, dass sie einmal zwei gebrochene Pfötchen gehabt haben muss, aber sie kam ziemlich gut klar mit den nicht ganz gerade zusammen gewachsenen Knochen.

Mit dieser Zwergenbande hatte keiner gerechnet...
Mit dieser Zwergenbande hatte keiner gerechnet...

Diät auch für Katzen?

Und so kam es, dass Bussi sich bald bei uns ganz zuhause fühlte. Deshalb wurde sie auch immer Dicker. Bald stellte sich aber heraus, dass das nicht am guten Futter lag, sondern unser kleines zierliches Kätzchen trächtig war.

Und an Pfingsten war es dann soweit...

Paulchen
Paulchen

1... 2... 3... 4... Uiiii

In der Nacht ging es los. Wir hatten Bussi eine schöne Wurfbox gebastelt - doch sie fand alle anderen Plätze viel besser: Unter der Bettdecke, unter dem Bett, im Kleiderschrank. Kurz bevor es soweit war, entschied sie sich dann aber doch für unsere Box. Und brachte dort vier süße Katzenbabys auf die Welt. Einige sahen anfangs sehr seltsam aus, als hätten sie gar kein Fell - wie sich später herausstellte war das das weiße Fell, das man da nur noch nicht erkannte. Einer der kleinen Würmchen hat es leider nicht geschafft, er ist trotzt aller Bemühungen am nächsten Tag gestorben. Aber die anderen drei waren nur zu süß: Zwei Mädels - ein Tiger mit weiß und eine schwarz-weiße - und ein Bub, grau. Und so kam das schwierige Los der Namensgebung. Nach einem Abend überlegen, verhandeln, bereden und verwerfen war es dann endlich beschlossen: Der Tiger bekam den Namen Viola, die Schwarz-Weiße Aisha und den Grauen nannten wir Paulchen.

Viola und Paulchen
Viola und Paulchen

Unter Mamas Pantoffel

Bussi war eine äußerst liebevolle Mutter, obwohl sie noch so jung war. Und die Zeit, in der die drei so klein waren, verging wie im Flug. Bald purzelte der erste aus der Box heraus, kurz darauf erklommen sie schon die Möbel, um dann bald dem Welpenalter entwachsen zu sein. Aber es war eine wunderschöne Zeit. Den Kleinen beim Spielen zuzuschauen, wie sie erst nur miteinander rauften, später dann auch schon mal fangen spielten. Wie sie dann langsam anfingen Gegenstände mit in das Spiel einzubauen: Verstecken im Schuh, Mäusleinschmeißen, und und und. Und als dann die ersten Möbel unsicher gemacht wurden, konnte die Jagd ja erst so richtig ausgebaut werden. Dazu kamen dann Balanceübungen am Mülleimer oder Gespenster­spielchen aus Jackenärmeln. Und am Schönsten war immer noch der Zeitvertreib im Bad - Tropfenfangen im Waschbecken.

Viola und Mama Bussi
Viola und Mama Bussi

Der Zeitpunkt des Abschieds rückt näher

Wir fingen an nach geeigneten Interessenten für unsere Katzenbabys zu suchen. Nicht wirklich einfach, wie sich herausstellte. Die Ersten die vorbei kamen, wollten unbedingt Brüderchen und Schwesterchen - sie würden später von den beiden ja auch gerne mal Katzenbabys haben. Ah ja, mit Geschwistern. Ausgeschieden. Die Zweiten erzählten uns schon im zweiten Satz, dass die Katzen ihre Namen ja sowieso nicht behalten würden. Wir hatten uns so Mühe gegeben, und dann binden die uns gleich auf die Nase, dass die Namen doof sind. Ausgeschieden. Und so ging das weiter. Keiner konnte es uns recht machen.

Viola und Paulchen
Viola und Paulchen

Licht am Ende des Tunnels

Einige Tage später kam eine Freundin auf mich zu, ob ich zur Zwischenmiete ihre Wohnung nehmen wolle. Damit schlugen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Ich hatte eine gute Möglichkeit auszuziehen, und außerdem war in der Wohnung eindeutig Platz für zwei Katzenmonsterchen. Und so sollte es dann auch geschehen. Als die Monsterchens vier Monate alt waren, haben wir Sack und Pack in Kartons gestopft und sind ausgezogen. Nachdem wir so lange Zeit gehabt hatten die Katzen zu beobachten, hat sich herausgestellt, dass Aisha und Viola ein unzertrennliches Paar sind, und Paulchen und Bussi eine ganz besondere Beziehung zueinander haben. Also habe ich Aisha und Viola mit in meine neue Wohnung genommen.

Aisha & Viola in unserem neuen Heim
Aisha & Viola in unserem neuen Heim